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Es war einfach Zeit für etwas Neues. Damals, vor 14 Jahren, machte Annemarie Mühlemann ein grosses Fest. Es gab einiges zu feiern: Den 50.Geburtstag, den 30.Hochzeitstag, und die Kinder wurden (fast) 30 respektive 20 Jahre alt. Mühlemann stellte eine Feier mit Musik, Tanz und einem Märchenerzähler auf die Beine. «Das gefiel mir, und ich wusste: Jetzt mache ich etwas anderes», erzählt sie. Den Teilzeitjob als Telefonistin gab sie auf. Im Botanischen Garten (BoGa) in Bern begann sie, Vorstellungen mit Märchen und Musik für Kinder zu organisieren, notabene auf eigene Rechnung. An Begegnungsfesten im BoGa kombinierte sie Appenzeller mit ungarischer Musik – «die beiden sind sehr verwandt» – oder Alphörner mit tibetischen Hörnern. «Es hat mir Spass gemacht, Dinge zusammenzubringen.» |
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Diese Fähigkeit begann sie immer mehr auszuspielen. An einem langweiligen Abend in einem Hotel kam ihr die Idee, dass es doch toll wäre, in schönem Ambiente Lesungen zu organisieren. Sie war eine völlige Quereinsteigerin: «Ich hatte seit Jahren kaum mehr Belletristik gelesen. Ich habe einfach angefangen», blickt sie zurück. Sie kontaktierte den Direktor des Fünfsternebetriebs «Beatus» in Merligen am Thunersee, wo sie inzwischen wohnte, und der war begeistert. Auch die meisten Verlage unterstützten sie bei ihrem Vorhaben. Ein Programm kam zu Stande, und heuer gingen die «After-Eight-Geschichten» schon in die achte Saison. Neben dem «Beatus» programmiert Mühlemann inzwischen Lesungen für rund zehn Hotels, von der Lenzerheide über Arosa bis nach Teneriffa.
Immer neue Ideen
Schon in der zweiten Saison begann Mühlemann, für die Lesungen Schriftsteller mit Musikerinnen zusammenzubringen. So wurden die Abende abwechslungsreicher. Mittlerweile treten auch Schauspieler, Comedians oder Erzähler auf. In einem Hotel logieren vier Schriftsteller zur gleichen Zeit und schreiben eine Woche lang je einen Krimi, der im Hotel spielt, und lesen ihn am Ende vor. In einem anderen finden neben Auftritten Workshops und Gesprächsrunden statt. Und für nächste Saison schwebt ihr schon eine Art philosophischer Zirkel vor, der sich «den wesentlichen, den alten Fragen des Lebens» annimmt.
Diese Themenspanne ist möglich, weil das Konzept flexibel ist, flexibel sein muss. «Jedes Hotel ist verschieden, hat eine andere Atmosphäre, ist eine Insel für sich», sagt Annemarie Mühlemann. Deshalb nimmt sie auch nicht jeden Betrieb auf. «Die Leitung muss der Lesung Platz und Wichtigkeit |
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